Digitalisierungsstrategie 2026-2030

Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen und die Pflege
Kompakte Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse!
Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat im Februar 2026 die Weiterentwicklung der Digitalisierungsstrategie „Gemeinsam Digital" vorgelegt – mit messbaren Zielen, konkreten Maßnahmen und einem klaren Schwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz und dem Europäischen Gesundheitsdatenraum (EHDS). Für Kommunen, Landkreise, Kliniken und Sozialeinrichtungen entsteht daraus ein unmittelbarer Handlungsrahmen.
Diese Seite zeigt, welche Strategie-Inhalte direkt relevant sind, welche Fristen zu beachten sind – und wie ich Sie als Berater dabei unterstütze, die richtigen Schlüsse zu ziehen.
Die drei Handlungsfelder der Digitalisierungsstrategie
Alle Maßnahmen sind drei übergeordneten Handlungsfeldern zugeordnet, die sich in kommunalen und klinischen Kontexten unmittelbar widerspiegeln.
Personenzentrierte Versorgungsprozesse
Neugestaltung digital unterstützter Abläufe über Sektoren- und Professionsgrenzen hinweg – Fokus auf ePA, E-Rezept und digitale Ersteinschätzung.
Qualitativ hochwertige Daten
Nutzung von Abrechnungs-, Behandlungs- und Registerdaten für Versorgung und Forschung – Forschungsdatenzentrum Gesundheit und EHDS als zentrale Säulen.
Nutzenorientierte Technologien
Flächendeckende Integration von DiGA, DiPA, Telemedizin und KI-Systemen – bei gleichzeitiger Betriebsstabilität und Interoperabilität.
Messbare Ziele – Relevanz für die Beratungspraxis
Die Strategie enthält konkrete Zielvorgaben mit Terminen. Für Einrichtungen, die Fördermittel beantragen oder Digitalisierungsvorhaben planen, sind diese Fristen direkt argumentationsrelevant.
300 Forschungsvorhaben über das FDZ Gesundheit
Das im Oktober 2025 eröffnete Forschungsdatenzentrum stellt Daten von 74,5 Mio. Versicherten bereit. Kommunen können diese Datenbasis für regionale Bedarfsanalysen nutzen.
100 % der Arztbriefe elektronisch übermittelt
Einrichtungen mit Papierprozessen müssen bis dahin umgestellt haben. Für das Entlassmanagement (§ 39 Abs. 1a SGB V) bedeutet das erheblichen Anpassungsbedarf.
70 % der Einrichtungen nutzen KI-gestützte Dokumentation
Wer heute noch keine KI-Strategie entwickelt, läuft Gefahr, Förderfenster zu verpassen und regulatorische Anforderungen zu spät umzusetzen.
20 Mio. Versicherte aktiv in der ePA
Die ePA wird zur zentralen Versorgungsplattform. Einrichtungen, die früh integrieren, sichern sich strategische Vorteile.
Was die Digitalisierungsstrategie von Leistungserbringern fordert – und wo auf dieser Website Antworten zu finden sind!
| Strategie-Maßnahme (BMG 2026) | Relevanz & Beratungskontext | Einordnung | Weiterführende Inhalte |
|---|---|---|---|
| KI-Reallabore für regulatorische Beratung (Handlungsfeld 1) | Kliniken mit KI-Projekten können regulatorische Beratung in Anspruch nehmen. | EU AI Act Hochrisiko-KI |
KI-MIG 2026 Hochrisiko-KI |
| Rechtssicherheit für KI-Anwendungen – Verbände informieren Mitglieder | Leistungserbringer müssen wissen, welche KI sie zu welchen Zwecken nutzen dürfen. Betreiberpflichten nach Art. 26 KI-VO. | Betreiberpflichten Governance |
KI-Systemanforderungen Risikotools |
| Digitaler Entlassprozess – sektorenübergreifend | Entlassprozesse verkürzen sich und werden digital gesteuert. § 39 Abs. 1a SGB V und § 11 Abs. 4 SGB V greifen direkt. | SGB V § 39 Abs. 1a Entlassmanagement |
KI & Entlassmanagement |
| Forschungsdatenzentrum Gesundheit – 300 Vorhaben bis Ende 2026 | Kommunen können FDZ-Daten für Pflegebedarfsplanung und regionale Versorgungsanalysen nutzen. | Kommunale Planung Versorgungsforschung |
Forschung & Wissenschaft |
| EHDS – Europäischer Gesundheitsdatenraum | Grenzüberschreitender Datenzugang mit neuen Compliance-Anforderungen. Neue Möglichkeiten für Forschung und internationale Kooperationen. | EHDS Datenschutz |
GPAI-Modelle WHO Digital Health |
| EU-KI-Verordnung – KI-MIG 2026 | Unmittelbare Betreiberpflichten und Meldepflichten für Kliniken und Kommunen entstehen ab 2026. | EU AI Act KI-MIG |
KI-MIG 2026 |
| KI in Diagnostik und Pflege | Klassifizierungsfragen als Medizinprodukt und Hochrisiko-KI-System müssen vor Einsatz geklärt werden. | MDR / KI Hochrisiko |
Hochrisiko-KI KI-Ethik Code of Conduct |
| KI-gestützte Dokumentation – Standard bis 2028 | Fehlende CE-Kennzeichnung und Zweckbestimmung bei KI-Arztbrief-Systemen erzeugen Haftungsrisiken. | Betreiberpflichten CE-Kennzeichnung |
KI-Systemanforderungen KI & Entlassmanagement |
| DiGA / DiPA als integrale Bestandteile | 59 DiGA verfügbar. Pflegeeinrichtungen sollten DiPA-Integration prüfen – auch im Kontext Telepflege (§ 125a SGB XI). | DiGA / DiPA Telepflege |
WHO Digital Health |
| Enquete-Kommission & gesellschaftliche KI-Debatte | Gesellschaftliche Teilhabe und Transparenz als Voraussetzung für Akzeptanz. Die Enquete-Kommission liefert den politischen Rahmen. | Governance Gesellschaft |
Enquete-Kommission Code of Conduct |
Fokus KI – Was die Digitalisierungsstrategie konkret fordert
Handlungsbedarf für Einrichtungen
Die Strategie fordert, dass Leistungserbringer Rechtssicherheit darüber haben müssen, welche KI-Anwendungen sie zu welchen Zwecken nutzen dürfen.
Wer heute KI ohne CE-Kennzeichnung oder geklärte Zweckbestimmung betreibt, läuft in Haftungsrisiken:
- KI-gestützte Arztbrief-Systeme (mögliche Hochrisiko-KI)
- KI-Entlassmanagement-Software (§ 39 Abs. 1a SGB V, mögliche Klasse IIa)
- Monitoring-Systeme in der Pflege (Sturzprävention, Vitalzeichenerfassung)
- KI-Diagnostik in Radiologie, Labor und Pathologie
Wo KI nach der Digitalisierungsstrategie Mehrwert stiften soll
Das BMG benennt sechs Kernbereiche – jeder davon hat direkte Implikationen für Einrichtungen und kommunale Akteure:
Forschung & Innovation
Analyse biomedizinischer Datenmengen, Genomik, Real-World-Data. Kürzere Entwicklungszyklen für neue Therapieansätze.
Medizinische Versorgung
Mustererkennung in Bild- und Labordaten, Risikoprognosen, personalisierte Therapieempfehlungen bei komplexen Erkrankungen.
Patienteninformation
Strukturierung medizinischer Inhalte, Übersetzung von Befunden in verständliche Sprache – Stärkung der Gesundheitskompetenz.
Individuelle Gesundheit
Individualisierte Empfehlungen und eigenverantwortlicher Umgang mit Gesundheit – KI als digitale Begleiterin.
Public Health
Populationsbezogene Datenauswertung, Frühwarnsysteme, regionale Risikovorhersage – besonders relevant für kommunale Gesundheitsplanung.
Administrative Prozesse
Automatisierung von Dokumentation, Terminsteuerung und Ressourcenplanung – damit mehr Zeit für direkte Versorgung bleibt.
Was die Digitalisierungsstrategie für Kommunen und Sozialeinrichtungen bedeutet
Die Strategie adressiert primär das SGB V-System – doch für kommunale Akteure entstehen konkrete Handlungsfelder.
Pflegebedarfsplanung und Daseinsvorsorge
KI-gestützte Frühwarnsysteme sollen langfristig zur öffentlichen Gesundheitsvorsorge gehören. Landkreise ohne datengestützte Pflegebedarfsplanung geraten unter Druck – evidenzbasierte Planungsinstrumente werden zur Fördervoraussetzung.
Pflege-Cockpit als neue digitale Infrastruktur
Pflegekassen müssen einen einheitlichen digitalen Ort bereitstellen, an dem Versicherte alle Informationen zum Pflegemanagement gebündelt finden. Kommunale Pflegestützpunkte und Beratungsstellen müssen sich darauf einstellen.
Kompetenzzentrum Digitalisierung und Pflege
Das seit Januar 2024 aktive Kompetenzzentrum beim GKV-Spitzenverband soll verstetigt werden. Kommunen sollten dessen Angebote aktiv für Wissenstransfer, Schulungen und Prozessbegleitung nutzen.
Kommunale Anknüpfungspunkte in der Digitalisierungsstrategie
- Kommunale Altenhilfeplanung (§ 71 SGB XII) – Datengrundlagen stärken
- Öffentlicher Gesundheitsdienst (ÖGD) – automatisierte Echtzeit-Meldungen als Ziel
- Gesundheitsregionen plus – Verzahnung mit digitalem Ökosystem
- Quartiersmanagement – digitale Vernetzung als Infrastrukturaufgabe
- Förderanträge – evidenzbasierte Bedarfsanalyse als Zulassungsvoraussetzung
Die Strategie verstehen ist gut – richtig handeln ist besser!
Die Digitalisierungsstrategie sagt, wohin die Reise geht.
Was sie nicht liefert, ist die Antwort auf die Frage: Was bedeutet das konkret für Gesundheitseinrichtungen?
Genau da greifen meine vier Beratungsfelder: konkrete Analyse, klare Einordnung, umsetzbarer Plan.
KI-Systemanalyse & Compliance-Check
Einordnung eingesetzter oder geplanter KI-Systeme nach EU AI Act, MDR und nationalem Recht. Prüfung von Betreiberpflichten und Dokumentationsanforderungen.
Datengestützte Bedarfsplanung
Nutzung von FDZ-Daten, SAHRA-Kennzahlen und regionalen Versorgungsdaten für Pflegebedarfsplanung und kommunale Gesundheitsstrategie.
Förderantrag & Finanzierungsstrategie
Evidenzbasierte Bedarfsanalysen als Grundlage für Bundes- und Landesförderanträge im Bereich Digitalisierung und KI im Gesundheitswesen.
Schulung & KI-Kompetenz
Mitarbeiterschulungen zur KI-Literacy (Art. 4 KI-VO), Entscheidungsträger-Coaching und Sensibilisierung für regulatorische Anforderungen.
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GEMEINSAM DIGITAL 2026
Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen und die Pflege Bundesministerium für Gesundheit, Februar 2026. Link zur Original Veröffentlichung |
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